Habitatbäume PDF Drucken E-Mail

 

C.1 Revitalisierung von Habitatbäumen auf gemeindeeigenen Flächen

 

Zur Information über diese Maßnahme wurden für die Gemeinden Infotafeln erstellt. Diese wurden auf den entsprechenden Maßnahmenflächen montiert.

 

infotafel_c3_720px

 

Im Frühjahr lief der Baumschnitt auf den ersten Flächen in 21 Kommunen:

 

C1_vorher_150

Gemeinden

Beuren

Frickenhausen

Bissingen a. d. Teck

Dettingen a. d. Erms

Bad Ditzenbach

Bad Boll

Eningen u. Achalm

Dettingen u. Teck

Eschenbach

Holzmaden

Kohlberg

Heiningen

Kuchen

Dürnau

Plüderhausen

Pfullingen

Süßen

Rudersberg

Bad Überkingen

Owen

Urbach

 

Sanierung von großen zusammenhängenden Streuobstbeständen unter Berücksichtigung der Habitatansprüche der jeweiligen Vogelarten.

Vorzugsweise sollen vergreiste Obstbäume im Ertragsalter unter Belassen von starkem Totholz wieder Instand gesetzt werden. Ziel dieser Maßnahme des LIFE+-Projektes ist es, die Bäume durch angepassten Schnitt wieder "ins Leben zurückholen" und ein vorzeitiges Auseinanderbrechen zu verhindern. Dabei sollen aber die für viele Tierarten wertvollen Baumhöhlen und starkes Totholz (ab Armesdicke) weitgehend geschont werden.

Aus obstbaulicher Sicht würde man viele dieser Bäume roden. Aus naturschutzfachlicher Sicht, vor allem für den Schutz und die Erhaltung der Tierarten, die ihren Lebensraum in Streuobstwiesen haben, ist eine Erhaltung dieser Bäume und eine Verlängerung ihrer Lebensdauer jedoch sehr wichtig.

 

Die Obstbäume auf diesen Flächen wurden seit Jahrzehnten nicht mehr gepflegt. Dadurch sind die Bäume beträchtlich geschädigt. Die Bäume "vergreisen" vorzeitig, d.h. es findet fast kein Triebwachstum mehr statt und der Baum stirbt langsam ab. Meist ist auch die Statik der Bäume beeinträchtigt, so dass die Bäume nach und nach zusammenbrechen.

 

Die durch mangelnde Pflege entstandenen Vorschäden der Bäume zwingen den Obstbaumpfleger zu teilweise starken Eingriffen, die man bei regelmäßig gepflegten Beständen vermeiden würde. In der Regel sind diese Vorschäden auf den ersten Blick nicht zu erkennen, sondern offenbaren sich erst bei der Arbeit im Baum. Starke Eingriffe wie z.B. die Kappung von Starkästen oder die Entnahme von Kronenteilen sind oft

notwendig, um die Statik des Baumes so wiederherzustellen, dass die akute Bruchgefahr vermieden wird. Tote Äste werden aus Naturschutzgründen oft nur eingekürzt und bleiben als Stummel im Baum. Dadurch entspricht das Erscheinungsbild dieser Bäume nach den Revitalisierungsmaßnahmen nicht immer dem gewohnten Bild eines „gepflegten“ Baumes.

 

Zur Sicherstellung der fachgerechten Durchführung der Revitalisierung werden nur speziell geschulte Unternehmen eingesetzt, die sowohl obstbaulich als auch naturschutzfachlich ausgebildet wurden.

 

C.1_fw_200

Ein typischer Baum vor der Durchführung  von Revitalisierungsmaßnahmen: 50% der Krone ist

abgestorben. Die Statik ist gestört und etliche Höhlungen sind vorzufinden. Daraus wird kein

Musterbaum mehr, aber ein Lebensraum für Vögel und Insekten kann erhalten werden.

Maßnahmen sind notwendig um ein vitaleres Triebwachstum anzuregen und die Statik wieder

herzustellen, da die linke Seite wird mit der Zeit sonst zu schwer wird.

 

 

 

 

C.1_fw_2_200

Fachwart bei der Ausbildung zum LOGL-geprüften Obstbaumpfleger. Ohne den Hochentaster

geht in vernachlässigten Altbeständen nicht viel.

 

 

 

 

 

 

 

C.1_fw_300Aus obstbaulicher Sicht nichts mehr wert, aber aus Sicht des Naturschutzes wertvoll.

Die Kappung starker Äste war angesichts des hohlen Stammes und der vormals weiten

Ausladung notwendig um ein Auseinanderbrechen zu verhindern.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 23. April 2012 um 09:59 Uhr